Schulqualität datenbasiert steuern: Von der Analyse direkt zur passenden Weiterbildung

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Flavio
vor 1 Woche

Gemeinsam mit dem Volksschulamt des Kantons Zürich haben wir eine Lösung entwickelt, die Schulleitungen den Weg von der Analyse zur passenden Weiterbildung deutlich verkürzt.

Die Ausgangslage

Schulentwicklung steht und fällt mit einer ehrlichen Standortbestimmung: Wo stehen wir als Schule? Wo sehen wir Entwicklungspotenzial – und sehen das alle gleich? In der Praxis ist genau dieser Schritt oft aufwendig: Befragungen müssen konzipiert, durchgeführt und ausgewertet werden, und am Ende bleibt die Frage offen, welche Weiterbildung nun konkret zu den Ergebnissen passt.

Das Volksschulamt des Kantons Zürich wollte diesen Prozess für die QUIMS-Schulen vereinfachen – Schulen also, die im Rahmen des Programms «Qualität in multikulturellen Schulen» gezielt an ihrer Schul- und Unterrichtsqualität arbeiten. Auf Basis unserer Plattform ist daraus eine massgeschneiderte Befragung zum QUIMS-Schwerpunkt D entstanden: «Überfachliche Kompetenzen fördern».


Einblick in die Befragung für das Lehrpersonenteam

Was erhoben wird

Die Standortbestimmung erfasst, wie das Schulteam und die Schüler:innen vier Dimensionen einschätzen:

  • Growth Mindset – das Vertrauen darauf, dass Fähigkeiten entwickelbar sind

  • Selbstreguliertes Lernen – das eigene Lernen planen, überwachen und steuern

  • Sozial-emotionales Lernen – Beziehungen, Emotionen und Zusammenarbeit

  • Diskriminierungskritische Perspektive – ein wacher Blick auf Ausgrenzung und Chancengerechtigkeit

Beide Gruppen antworten anonym. Der Aufwand ist bewusst klein gehalten: In rund 15 bis 20 Minuten ist die Befragung erledigt.


Zwei Perspektiven, ein klareres Bild

Eine Besonderheit der Standortbestimmung liegt im multiperspektivischen Ansatz. Die Schulleitung erhält zwei Auswertungen – eine aus Sicht des Schulteams, eine aus Sicht der Schüler:innen. Gerade der Vergleich der beiden Perspektiven ist aufschlussreich: Schätzt das Lehrpersonen-Team bestimmte Aspekte deutlich anders ein als die Schüler:innen selbst? Solche Diskrepanzen sind keine schlechte Nachricht, sondern ein präziser Hinweis darauf, wo sich ein genauerer Blick lohnt.

Neben dem Ist-Zustand werden auch die Interessen des Teams sichtbar: An welchen Themen möchte das Kollegium weiterarbeiten? Damit liegen nach kurzer Zeit drei wesentliche Informationen vor, die sonst mühsam zusammengetragen werden müssten – Stärken, Entwicklungspotenziale und Interessen.

Wird eine Standortbestimmung mehrfach durchgeführt, so lassen sich auch Entwicklungen monitoren.


Von der Auswertung zur passenden Weiterbildung

Im System ist ein Weiterbildungskatalog hinterlegt, dessen Angebote den vier Dimensionen und ihren Themen zugeordnet sind. Das Tool gleicht die Befragungsergebnisse automatisch mit diesem Katalog ab – auf zwei Wegen:

  1. Nach Entwicklungspotenzial: Wo die Ergebnisse Handlungsbedarf zeigen, schlägt das System Angebote vor, die genau dort ansetzen.

  2. Nach Interesse: Weil bekannt ist, welche Weiterbildung welche Themen behandelt, lassen sich Empfehlungen auch an den Interessen des Teams ausrichten.

Schulleitungen sehen also unmittelbar nach der Auswertung, welche Angebote zum Ist-Zustand und zu den Interessen ihrer Schule passen – ohne Katalogrecherche, ohne Übersetzungsarbeit zwischen Datenblatt und Kursprogramm.


Ein Instrument für alle QUIMS-Schulen

Die Befragung zum QUIMS-Schwerpunkt D steht allen QUIMS-Schulen im Kanton Zürich zur Verfügung.

Und falls Sie an einer Schule arbeiten, die nicht zum QUIMS-Programm gehört, aber Ähnliches vorhat: Melden Sie sich beim Sektor Interkulturelle Pädagogik des Volksschulamts.

Unser Dank gilt dem Projektteam des Volksschulamtes Zürich für die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Schulqualität datenbasiert steuern: Von der Analyse direkt zur passenden Weiterbildung