Die Berufsbildung macht sich bereit für die Arbeitswelt der Zukunft.

2.11.2021Jasmin
Pädagogik
Work

Könnte eine Automechanikerin aus den 80er Jahren einen Tesla reparieren? Eher nicht. Heutige “Kfz-Mechatroniker:innen” müssen den Computer mindestens genauso gut im Griff haben wie den Schraubenzieher.

Ähnlich wie die Kfz-Werkstatt haben sich viele Berufe in den letzten Jahren so stark verändert, dass man sie kaum noch wieder erkennt. Einzelne Berufe sind sogar ganz verschwunden, weil Tätigkeiten automatisiert werden konnten. Andererseits wird es in Zukunft Berufe geben, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Um dieser Dynamik in der Arbeitswelt gerecht zu werden und sicherzustellen, dass Lernende heute etwas lernen, was sie morgen im Berufsalltag weiterbringt, muss sich auch die Berufsbildung weiterentwickeln.

Neue Bildungspläne für die KV-Lehre

Genau das passiert aktuell bei der KV-Lehre. Damit Absolvent:innen der Schweizer KV-Lehre möglichst fit sind für die digitale und flexible Arbeitswelt in der sie sich bald bewegen werden, hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation neue Bildungspläne für die beruflichen Grundbildungen Kauffrau/Kaufmann verabschiedet. Als Grundlage für die Reform dienten verschiedene Studien zur Digitalisierung, zur Veränderung des Arbeitsmarktes sowie Interviews mit Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung.1

Quelle: Freepik – kreiert von upklyak

Kompetent handeln zu können steht im Zentrum

Weiterhin bleibt die Vermittlung von Fachwissen wichtiger Bestandteil der KV Berufsbildung. Aber das Fachwissen das heute gelehrt wird, ist möglicherweise in naher Zukunft bereits wieder überholt. Darum werden neu sogenannte Handlungskompetenzen ins Zentrum der Berufsbildung gestellt.

Handlungskompetenzen umfassen neben Fach- auch Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen. Sie beschreiben das Verhalten, das in typischen beruflichen Handlungssituationen erwartet wird. Zum Beispiel kann begutachtet werden, wie der oder die Lernende Beziehungen mit Kund:innen oder Lieferant:innen pflegt, politische Themen und kulturelles Bewusstsein ins Handeln mit einbezieht oder Marketing- und Kommunikationsaktivitäten umsetzt.2

«Handlungskompetent ist, wer berufliche Aufgaben und Tätigkeiten eigeninitiativ, zielorientiert, fachgerecht und flexibel ausführt.»

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Kompetenzen die es braucht, um in komplexen Situationen erfolgreich Handeln zu können, gewinnen damit an Wichtigkeit gegenüber dem Vermitteln von reinem Fachwissen. Der Kompetenzentwicklungsprozess findet gleichzeitig an allen Lernorten statt, in denen sich Schweizer Lernende bewegen: Der Berufsschule, dem Lehrbetrieb und in überbetrieblichen Kursen.

Diese Neuorientierung in der Schweizer Berufsbildung basiert auf der Annahme, dass Fachwissen nicht alles ist, was es braucht um in der digitalen Arbeitswelt erfolgreich bestehen zu können. Vielmehr geht es darum, ob man fähig ist, mit Veränderungen umzugehen, sich neues Fachwissen anzueignen, in diversen Teams zu arbeiten und vieles mehr.

Menon unterstützt Berufsschulen und Lehrbetriebe bei dieser Reform, indem wir gemeinsam die Kompetenzentwicklung in ihren bestehenden Strukturen verankern. Kontakt aufnehmen?

Die Menon Feedback App macht die Begutachtung von Kompetenzen an mehreren Lernorten und aus mehreren Perspektiven (360 Grad) einfach und effizienz. Interesse an einer Demoversion?


1 Fakten zur neuen kaufmännischen Grundbildung https://www.skkab.ch/fachinformationen/gb2023/facts/

2 siehe Qualifikationsprofil des Schweizerischen Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Kaufmännischen Berufsschulen https://www.vlkb.ch/de/reform22